Wie reflektieren Schüler:innen durch analoges Arbeiten ihre Haltungen und Umgangsweisen mit Künstlicher Intelligenz?
Praxismentor: Richard Albertin
In ihrem Forschungspraktikum erforschten Lucia Albanese und Jana Schwilch, wie in einem analogen Medium Haltungen und Umgangsweisen mit Künstlicher Intelligenz verhandelt werden. In (möglichst) analogen Unterrichtssettings lernten die Schüler:innen Zines als alternative Publikationsform kennen. Welche Potenziale birgt das analoge Arbeiten? Welche Selbstverständlichkeiten des digitalen Arbeitens werden plötzlich sichtbar? Wie gehen Schüler:innen mit Herausforderungen im Analogen um und wie reflektieren sie ihre eigene Nutzung von digitalen Medien und Künstlicher Intelligenz im Unterricht?
Die Schüler:innen gestalteten während der ersten Unterrichtsphase eine eigene Doppelseite innerhalb des Themenfeldes künstliche Intelligenz. Sie druckten, zeichneten, klebten, kopierten, tippten auf der Schreibmaschine und suchten Bild- und Textmaterial aus Magazinen, Zeitungen und Büchern. Im Anschluss fanden sich die Schüler:innen in 8er-Gruppen zusammen, um gemeinsam ein Zine “herauszugeben” – dafür gestalteten sie Titel- und Rückseite und fügten Zwischenseiten ein, um eine passende Dramaturgie herzustellen. Die Zines zeigen Widersprüchlichkeiten, Unsicherheiten und ambivalente Haltungen. Zum Schluss des Unterrichtsprojekts haben die Schülerinnen in Gruppen die entstandenen Zines sowie ihre Haltungen und Arbeitsweisen in Gruppengesprächen reflektiert.
In einem weiteren, abschliessenden Schritt haben Jana und Lucia die Erkenntnisse aus den Zines und den Gesprächen wiederum zu einem grossen Zine zusammengefügt, um sich selbst in den Prozess mit einzubringen, und das Zine-Making selbst auch als forschendes Handeln zu reflektieren.
Ausgehend von den Ergebnissen aus den Gesprächen und den gestalterischen Auseinandersetzungen innerhalb der Zines ergeben sich zwei thematische Schwerpunkte, die auf unterschiedlichen Ebenen von den Schüler:innen verhandelt werden: Suchen und Kopieren.
Die Schüler:innen reflektierten die Unterschiede der Suchstrategien im Analogen und im Digitalen – sie waren durch das begrenzte Ausgangsmaterial öfters gezwungen, ihre Pläne und Zielsetzungen anzupassen, anstatt strikt einen klaren Plan zu verfolgen, den sie mit der Nutzung von KI und Internet geradliniger umgesetzt hätten. Schüler:innen kopierten nicht nur Bildmaterial aus Büchern und Magazinen mit dem Kopierer, sie kopierten auch Haltungen zum Thema KI und kommunizierten diese meist mit Übertreibungen. Die Schüler:innen umgingen so ein schmerzlich ambivalentes, unsicheres und persönliches Feld.
Das Forschungspraktikum fand im November 2025 an der BMS in Altstetten bei Richard Albertin statt. Der Unterricht wurde mit einer ersten Vollzeitklasse durchgeführt.
Das Handout zum Forschungspraktikum finden Sie hier:
