Wie nehmen die Schüler*innen das Instrument des Prozess-Gesprächs wahr und welche Erfahrungen damit beschreiben sie?
Begleitet von: Eva Gadient
Das Forschungspraktikum fand im November 2025 an der BMS in Altstetten statt und wurde mit einer zweiten Klasse der BM2 durchgeführt. Die Schüler*innen besassen bereits eine berufliche Grundbildung und waren zwischen 19-25 Jahre alt. Mit dem Überthema „Analoges Kunstschaffen in Zeiten von KI“ standen die individuellen Entscheidungsmomente während des künstlerischen Arbeitens im Zentrum des Unterrichts.
Innerhalb von drei Unterrichtseinheiten von jeweils drei Lektionen erarbeiteten die Schüler*innen eine Collage zu dem vorgegebenen Wort beziehungsweise Wortteil «Weg/weg». Theoretisch orientierte sich das Projekt an Christoph Niemanns Verständnis von künstlerischem Arbeiten als einem nicht-linearen Prozess, in dem Umwege und unerwartete Wendungen neue Ideen ermöglichen. Ergänzend zur praktischen Arbeit analysierten und diskutierten die Schüler*innen KI-generierte Collagen, um das künstlerische Arbeiten mit KI kritisch zu hinterfragen.
Die Forschungsfrage widmete sich dem Anliegen, wie Lehrpersonen vertiefte Einblicke in die Entscheidungsmomente der Schüler*innen im künstlerischen Prozess erhalten können. Um diesen Einblick zu ermöglichen, wurde das Tool «Prozess-Gespräch» entwickelt und im Unterricht erprobt. Dabei handelte es sich um ein kurzes Gespräch zwischen Lehrperson und Schüler*in, in dem der individuelle Arbeitsprozess, wichtige Entscheidungen und daraus gewonnene Erkenntnisse besprochen wurden. Ziel des Tools war es, intrinsische Motivation zu fördern, reflexive Kompetenzen zu stärken und Fehlinterpretationen bei der Prozessbewertung zu reduzieren.
Für die Auswertung der Forschung wurden die Rückmeldungen der Schüler*innen zu dem Prozess-Gespräch in Form eines Fragebogens und zwei Einzelinterviews gesammelt.
