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Einblicke in Entscheidungslogiken

Welche künstlerischen Entscheidungen treffen die Studierenden und wie begründen sie diese?

Mentoren : Andy Storchenegger, Roshan Adhihetty

In der Skillswoche „Performing Tourism: Zürich im Fokus“ untersuchten wir mit den Studierenden des Propädeutikums der ZHdK Tourismus als kulturelles Phänomen im öffentlichen Raum der Stadt Zürich. Wir bewegten uns in den ersten drei Tagen auf touristischen Pfaden, schlüpften in Rollen, beobachteten, hinterfragten und intervenierten. Dabei interessierte uns, welche Blicke den Stadtraum prägen, welche Klischees und Machtverhältnisse darin sichtbar werden und wie Plattformen wie Instagram oder TikTok Vorstellungen von Reisen (re-)produzieren. Das Erlebte haben die Studierenden mit Instagram-Posts festgehalten und reflektiert. Am Donnerstag haben sie, von diesen Beiträgen ausgehend, eigene Projekte entwickelt, die am Freitag im Rahmen einer öffentlichen Ausstellung im Innenhof des OJA präsentiert wurden.

Wir haben die Entscheidungslogiken erforscht, die während der Umsetzung des eigenen Projekts stattgefunden haben. Uns interessierte, wie die Studierenden welche Entscheidungen trafen und wie sie motivisch, formal und sprachlich zum Ausdruck kamen. Es ging uns primär um die künstlerische Entscheidungskompetenz.

Aus den ausgewerteten Daten der Leitfaden-Interviews, die wir mit drei Lernenden durchgeführt haben, konnten wir folgende Erkenntnisse gewinnen:

Entscheidungen fallen den Lernenden leichter, wenn klare Rahmungen gesetzt werden. Diese Rahmungen bzw. Einschränkungen können auf der zeitlichen, materiellen, infrastrukturellen und thematischen Ebene stattfinden. Die Lernenden können diese Einschränkungen in positive Arbeitsprozesse umwandeln, die ihnen helfen, schneller und einfacher Entscheidungen zu treffen. Insbesondere wenn diese Einschränkungen mit dem persönlichen Interesse, den individuellen Stärken und der passiven sowie aktiven längeren Auseinandersetzung mit dem Thema gekoppelt sind, entsteht eine Umgebung, in der Entscheidungen gut getroffen werden können. Der Austausch mit Peers und mit der Lehrperson ist ebenfalls von grosser Bedeutung.

Aus den Ergebnissen unserer Forschung haben wir Tools in Form von Karten entwickelt, welche Lehrpersonen einen Überblick über die Entscheidungslogiken von Lernenden geben. Sie beinhalten ebenfalls didaktische Tipps für eine Unterrichtsgestaltung, -planung und -begleitung, die das Treffen von Entscheidungen fördert.

Das Forschungspraktikum fand im November 2025 in der Stadt Zürich, im Rahmen der Skillswochen des Propädeutikums der ZHdK statt. Der Unterricht wurde mit einer Klasse aus Studierenden des ersten Semesters durchgeführt. Wir haben die Durchführung des Praktikums gemeinsam mit einem anderen Tandem geleitet, welches sich mit einer anderen Forschungsfrage auseinandergesetzt hat.

Das Handout zum Forschungspraktikum finden Sie hier: