Welche Qualitäten und Herausforderungen der Post-and-Talk-Feedbackmethode benennen Schüler:innen?
Praxismentorin: Esther Engeli
Wir haben uns im Forschungspraktikum mit der Frage beschäftigt, wie Peer-Feedback im Unterricht wirksam und niederschwellig gestaltet werden kann. Feedback ist im Kunstunterricht allgegenwärtig, wird jedoch häufig als formeller oder nachgelagerter Schritt erlebt. Uns interessierte, wie Schüler*innen Rückmeldungen unter Gleichaltrigen wahrnehmen und inwiefern diese ihren individuellen gestalterischen Prozess unterstützen können. Im Zentrum unserer Untersuchung stand die von uns entwickelte Peer-Feedback-Methode ‘Post and Talk’, die schriftliches Feedback auf Post-its mit einem mündlichen Austausch in Kleingruppen verbindet. Durch die Kombination von Schreiben und Sprechen wollten wir eine Form des Feedbacks erproben, die Reflexion anregt, den Austausch vertieft und die Weiterarbeit am eigenen Bild unterstützt.
Erprobt wurde die Methode im Rahmen einer gestalterischen Aufgabe zur Monotypie, eingebettet in ein narratives Setting: Die Schüler*innen visualisierten die Landschaft eines fantastischen Planeten mithilfe von Papierschablonen, Farbe und Überlagerung, um räumliche Tiefe zu erzeugen.
In der Auswertung zeigte sich, dass die Schüler*innen insbesondere mit konkreten Handlungsanweisungen produktiv weiterarbeiten konnten. Pauschale oder wertende Rückmeldungen, vor allem auf den Post-its, wurden hingegen als wenig hilfreich wahrgenommen. Die Ergebnisse unserer Untersuchung weisen zudem auf eine sprachliche wie auch inhaltliche Verschiebung von konstruktiver Kritik hin zu bewertenden Aussagen über das „Gute“ und „Schlechte“ einer Arbeit seitens der Schüler*innen hin. Für unsere weitere Lehrtätigkeit nehmen wir mit, dass klar formulierte Feedback-Aufträge, eine gezielte sprachliche Sensibilisierung sowie die Thematisierung des Feedback-Annehmens zu differenzierteren und wirksameren Peer-Feedbacks beitragen können.
Das Forschungspraktikum fand im November 2025 an der Kantonsschule Zürich Nord statt.
Das Handout zum Forschungspraktikum finden Sie hier:
